EEEEndlich haben wir Internet!! Damit wir euch auf dem Laufenden halten können.
Womit anfangen…? Seit 2 Wochen sind wir da und schon könnten wir Romane schreiben…
My dear English-speaking friends, next time I'll write more in English as well, promise. For the beginning, enjoy the pictures =)
Verkehr
Ich fange mal von hinten an. Gerade habe ich mich vor einem hellen Licht wiedergefunden, ein Motorrad ist ziemlich direkt auf uns zugefahren, hat uns aber zum Glück noch gesehen. Damit muss man rechnen, wenn man sich auf Indiens Strassen bewegt. Manchmal begegnet einem ein Motorrad mit 5 Leuten: Zwei kleine Kinder vorne, dann der Vater, noch ein Kind und das Schlusslicht bildet die Mutter, edel sitzend, wie vor 100 Jahren auf einem Frauenpferdesattel. Und so geht es dann durch die Stadt, linker Hacken, rechter Hacken, mindestens 1x in 10 Sekunden wird gehupt und haarscharf an Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern vorbeigefahren. Wir haben aber noch keinen Unfall erlebt, die Fahrer sind wirklich gut! Auch unsere Rickschafahrer mit denen wir täglich zur Schule oder einkaufen fahren. Da geht stets eine angenehm kühle Brise währen wir, manchmal Fabiana, Christina (die österreichischen volunteers), Beatrice, 4 Shelterjungs und ich mit dem Fahrer durch die Stadt flitzen.
Schule
Die Schule ist sehr spannend und recht anspruchsvoll. Zum einen weil wirklich nichts da ist, ausser einer Tafel für 2 Klassen zusammen. Die Kinder sitzen auf dem Boden. Vor jeder Stunde werde ich mit „Good afternoon, sister“ begrüsst, im stehen mit erhobener Hand. Sie putzen mir auch extra einen Stuhl mit der Hand und wollen unbedingt, dass ich auch auf dem Stuhl sitze. Ich habe die 2. Klasse, welche sehr lebendig und herausfordernd ist! Wir beginnen jeden Tag mit einem Lied, am Montag wird es ein Farbenlied sein, passend zum Thema. Manche haben Schreibmaterial, manche nicht. Manche können schreiben, manche nicht. Manche sprechen ein bisschen Englisch, andere nicht. Die Niveaus sind in derselben Klasse schon so unterschiedlich, dass ich angefangen habe, neben dem normalen Programm jeweils zwei weitere vorzubereiten…
Bagunara, sister?
Ich bin aber nicht nur ihre Lehrerin, sie bringen auch mir sehr viel bei. Auf dem Schulweg kommen die Kinder auf mich zu und wollen mir die Hand schütteln. „Bagunara?“ fragen sie dann und ich antworte „Bagunanu“. Wie geht es dir? Mir geht es gut. Zu den kleineren sagt man „Bagunava, chelli“ oder „Bagunava, thummudu“, hallo kleine Schwester oder kleiner Bruder. Alle sagen sich Schwester oder Bruder. Letztens hat eine Kinderschaar nach jemandem gerufen. Ich dachte sie rufen nach ihrem Lehrer, doch ich war gemeint. Ein Mädchen ist vorgetreten und hat mir eine Blume geschenkt. Die Kinder sind so strahlend, sie lächeln einen an und freuen sich sogar über Arbeitsblätter! Das müssten unsere Schulkinder mal sehen! „Shall we start with Maths today?“ „Oh yes, sister, maths, super!“ Mit Handgeste, natürlich, Telegu is the Italian of the East!
In der Schule strömt nicht selten ein Redeschwall in Telegu auf mich ein, die kleinen Kinder nehmen einfach mal an, dass ich sie schon verstehe. Manchmal müssen wir alle lachen, wenn ich versuche zu übersetzen. „Kalapandi“ und „Indicara“ sind Worte, die ich oft brauche, nachfahren und neu schreiben. Ich versuche mich nun auch in Telegu =)
Fahrt von der Schule zum Shelter
Morgenmesse
Chandu, ein Shelterjunge kommt jeden Morgen und klopft an unsere Zimmertür: „Mass, sister?“ Wir haben dem Father schon gesagt, dass wir zu den englischen Messen kommen und am Sonntag. (Die restlichen Tagen beten wir mit dem Muezzin, der uns jeden morgen zu früher Stunde aus dem Schlaf singt ;-)
Shelter
Mit den Shelterjungen gehen wir jeden Tag zu den games, Fussball und Volleyball. Die letzten Tage bin ich nicht gegangen, da mich eine Erkältung erwischt hat. Nächste Woche bin ich aber wieder einsatzbereit, mit dem Chudi-Dhar, natürlich. Wir müssen ihn ständig tragen, auch zum Sport, mit Chuny, dem Schaal. Ziemlich umständlich, damit Sport zu machen, aber Frauen müssen sich verdecken…
Zimmer
Morgen findet das „Don Bosco Feast“ statt, wir fahren mit allen Shelterjungs und den Schulkindern der „Beach Blossom School“ nach Sabavaram, dem Waisenhaus. Tänze wurden einstudiert, Lieder geprobt, die Jungen haben alle einen Haarschnitt verpasst bekommen, Bilder wurden gezeichnet und Festkleidung organisiert. Es kann losgehen, ich freue mich schon riesig auf diesen Ort, die Bilder die ich gesehen habe sehen paradiesisch aus!
Hier sind wir Stammkunden!
Es gäbe noch 1000 Dinge zu schreiben, doch wie gesagt, dann gäbe es einen Roman. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, aber nun müssen wir unter das Moskitonetz, hoffen, wir kriegen nicht noch mehr juckende Stiche wie wir sowieso schon haben. Und die Füsse waschen, die sind nicht sauber zu halten vom Kohlestaub. Ach ja, das Fenster ohne Scheibe wurde von Sweetie und mir präpariert, mit einer blauen Gymnastikmatte wie der Himmel, nun haben wir ein Fenster!
Über unsere ersten Tage in Hyderabad erfahrt ihr bald von Beatrice.
Heisse, 30°C warme Grüsse aus Visakhapatnam,
Evamaria
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